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TnT-Hundetraining
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Unterwegs mit Romana Wirth, Christian Hess und den Trüffelhunden Jack und Sam.

PILZSUCHE IN SIBLINGEN
Wenn Spürnasen auf Wertvolles stossen: Unterwegs mit Trüffelhunden
Enya Dalle Feste (edf)30 . Oktober 2025Bilder : Roberta Fele
Romana Wirth bildet seit fünf Jahren Hunde und ihre Besitzer zu einem Trüffel-Duo aus. Zusammen mit ihrem Partner Christian Hess und den Hunden Jack und Sam macht auch sie sich auf die Suche nach dem edlen Pilz. Die SN hat sie begleitet.

Der Vierertrupp Romana Wirth, Christian Hess, Sam (l.) und Jack machen sich auf die Suche nach den Edelpilzen. Bilder: Roberta Fele
Die Sonne scheint, die Blätter erleuchten in feurigen Farben und rascheln, wenn sie zu Boden fallen. Es ist ein Herbsttag, wie aus dem Bilderbuch. Doch nicht nur das Laub ist zu hören: Freudiges Hundegebell schallt durch den Waldabschnitt, und bald darauf sind sie auch zu sehen: Mischling Jack und Hannoverscher Schweisshund Sam mit ihren Besitzern, Romana Wirth und Christian Hess. Die vier sind auf der Suche nach Trüffeln, einem besonderen Pilz, der anders als einige seiner Artgenossen nicht nur im Herbst zu finden ist. «Die Trüffelzeit beginnt schon im Mai mit den ersten Sommer-Trüffeln und dauert mit den kleineren Winter-Trüffeln bis im Januar», erklärt Romana Wirth. Die Trüffeln, den man im Herbst findet, sei aber der aromatischste und daher auch der beliebteste.

Um seine Trüffel-Suchfähigkeiten weiter zu verfeinern, schaut Sam seinem wohl älteren, aber kleineren, Bruder Jack oft und gerne bei der Arbeit zu.
Ist der vierköpfige Trüffel-Suchtrupp in einem geeigneten Waldabschnitt angekommen, werden die Hunde von den Leinen gelassen. Romana Wirth und Christian Hess teilen ihnen dann mithilfe des Stichwortes «Uber» mit, dass die Suche beginnen kann. Jack und Sam stürmen los und bald darauf, ist das kräftige Scharren von Pfoten in der Erde zu hören. Die Hunde haben viel Freude daran, die Pilze, die für das ungeschulte Auge wie ein Erdklumpen aussehen, zur Erdoberfläche zu bringen.

Der noch auszubildende Sam hat einen grossen Trüffel aufgespürt.
Gefördert wird diese Motivation natürlich auch durch die Leckerli, die die Vierbeiner nach einem erfolgreichen Fund erhalten. «Man muss schnell und aufmerksam sein, sonst fressen sie den ganzen Pilz», sagt Wirth. Schädlich wäre das für die Hunde überhaupt nicht, doch das Trüffeltäschchen würde so leer bleiben. Aufpassen müsse man nur bei der «Hundsnase». Was vom Namen her nach einem Schmaus für Hunde klingt, ist eine Trüffelart, die nicht giftig, aber ungeniessbar ist - und einer Hundenase zum Verwechseln ähnlich sieht.
Durch eine Dokumentation entstand eine Liebesgeschichte
Die 46-jährige Zürcherin arbeitet seit 2018 mit Hunden und seit 2020 in ihrer eigenen Hundeschule «TnT-Hundetraining» in Siblingen mit den Vierbeinern. Angefangen hat ihre Hundeschule noch ohne überhaupt an Pilze zu denken: Wirth bot zu Beginn hauptsächlich Mantrailing-Kurse an. Beim Mantrailing geht es darum, dem Hund zu lernen, eine verschollene oder versteckte Person wiederzufinden. Und bei genau einem solchen Kurs vor knappen sechs Jahren lernte sie ihren heutigen Lebenspartner, Christian Hess, kennen. Dieser war auf der Suche nach einer aktiven Beschäftigung für seinen Mischling, Jack. Als Hess dann eine Fernseh-Doku über italienische Trüffelhunde sah, sprach er die Kursleiterin darauf an und so kam es, dass die beiden heute gemeinsam auf Pilzsuche gehen.

Seit einem halben Jahr ist die Gruppe zu viert unterwegs.
Der vierjährige Schweisshund Sam komplettiert seit Mai diesen Jahres die Familie. «Sam und Jack sind beide aus dem Tierheim», erzählt Wirth. Und offensichtlich verstehen sie sich sehr gut. Jack, der schon fünf Jahre Trüffelerfahrung hat, zeigt dem Neuling Sam gerne seine Tipps und Tricks. «Er schaut ihm zu und macht ihm nach, so können sie gegenseitig voneinander lernen», sagt sie. Gemeinsam sucht das Vierer-Gespann mehrmals in der Woche Waldstücke in der Region nach Trüffeln ab. Die richtigen Umwelteinflüsse sind für das Wachstum des Trüffels zentral. «Bäume wie Buche und Eiche nennt man auch 'Wirtsbäume'. Diese stehen mit dem Pilz in einer Symbiose. Wenn der Sommer nicht zu heiss ist und einige anderen Faktoren erfüllt sind, ist die Chance auf frische Trüffel gross», erklärt die Hundetrainerin.
«Der grösste Trüffel, den wir je gefunden haben, wog 180 Gramm und hatte die gleiche Grösse wie meine Faust», erzählt Christian Hess. Der 50-Jährige arbeitet in seinem Geschäft für Werkzeuge der Automobilbranche und hilft ehrenamtlich bei der Schweizerischen Rehkitzrettung mit. Am liebsten verspeist er die gefundenen Trüffel in einem Trüffelfondue, während Romana Wirth ein Trüffelrisotto vorzieht. Die Pilze, die die beiden nicht essen, verkaufen sie entweder an italienische Restaurants oder verwenden sie für das Hundetraining.
Angetrieben durch Leckerli
«Eigentlich kann jeder Hund und mit seiner Besitzerin oder seinem Besitzer ein Trüffelsuchhund werden», so Romana Wirth. Sie habe selbst schon mit einer grossen Anzahl verschiedener Hunderassen gearbeitet. «Von Vorteil aber ist es», sagt sie, «wenn der Hund keine zu kurze Nase hat.» Sonst könnte es nämlich während der intensiven Suche zu Atem- und Überhitzungsprobleme kommen.
Romana Wirth führt ihre Kurse im Schützenhaus Rüdlingen durch. Nach einem zwei stündigen Theorieteil, in dem es um die Trüffelkunde geht und einem gemeinsamen Mittagessen, werden die Hunde «angetrüffelt», das heisst, mit dem doch sehr eigenen Geruch des Pilzes bekannt gemacht. Der Trüffel wird in einer kleinen Box präsentiert und immer mit ganz viel Leckerli in Verbindung gebracht. «Irgendwann nehme ich das Böxli dann hinter den Rücken oder werfe es ein Stückchen weg, aber so, dass es der Hund immer sehen kann. Mit der Zeit kann man es weiter weg werfen und dem Hund nicht zeigen, wo es gelandet ist.» Ein solches Böxli wird den Teilnehmern für das individuelle Training Zuhause mitgegeben. Aber auch wenn es zu Hause nicht direkt klappt, ist das für die Hundetrainerin nicht besorgniserregend. «Meistens, wenn Leute zu mir kommen und erzählen, dass ihr Hund keine Trüffel findet, liegt das nicht am Tier, sondern daran, dass es dort, wo sie suchen, einfach keine Pilze zu finden gibt.» Falls dem aber doch ein tiefgründigeres Problem zugrunde liegt, bietet Wirth auch Einzeltrainings an.
Etwa drei Wochen später trifft sich die Gruppe erneut für ein zweistündiges Praxistraining. Dieses Mal ist der Treffpunkt im Wald, dort hat Romana Wirth zuvor einige Trüffel versteckt. Nun zeigt sich, wie viel die Vierbeiner schon gelernt haben und ob es am Abend ein Trüffelfondue oder ein Risotto mit Trüffelsplittern gibt.
Romana Wirth und ihre Kurse sind unter tnt-hundetraining.ch zu finden.
Dieser Presseartikel stammt vom 30. Oktober 2025. Die darin genannten Kursorte, Abläufe und persönlichen Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Quelle: Schaffhauser Nachrichten
